Pirat, Boot für Regattasegler und Segelromantiker

Der Pirat ist eine moderne Jugendzweimann Jolle, die bereits 1938 entwickelt wurde. Um 1980 erfuhr der Pirat eine "technische frische Kur" und wurde einer modernen Regatta Jolle angepasst. Seit 1975 bildet auch der SVWS im Piratensegeln erfolgreich aus, zunächst mit 2 Booten. Über die Jahre wurde die Piratengruppe stetig erweitert und modernisiert, so dass wir heute auf eine Flotte von 10 Piraten schauen können. Die Boote sind zum Großteil nicht älter als 10 Jahre. Neben den Schulauer Piraten gibt es eine Vielzahl von Vereinen in Schleswig-Holstein, Hamburg und Bremen, die vereinseigene Piratenflotten besitzen, sodass die norddeutsche Flotte um die 50 aktive Jugendboote umfasst. 

Diese Flotte hat die Möglichkeit an jährlich über 100 Regatten im gesamten Bundesgebiet teilzunehmen. Oft trifft man dort gleichaltrige Freunde, mit denen man fachsimpelt, oder man erhält Tipps von einem der zahlreichen Seniors, die schon seit Jahrzehnten begeistert Pirat segeln. Neben der Vielzahl von Wettfahrten gibt es jährlich auch die Jugendmeisterschaft sowie die Meisterschaft der Piratenklasse und alle zwei Jahre die Junioreneuropameisterschaft.

Der Rumpf des Piraten hat die Länge von 5 Metern, ist 1,6 Meter breit und wiegt ca. 170 kg. Die SVWS- Piraten bestehen alle aus GFK (zum Teil mit Holzdeck) und sind mit modernen Aluminium Riggs ausgerüstet. Der Pirat hat eine Segelfläche von 10,25m2 und kann zusätzlich einen Spinnaker von 10m2 setzen. Der Pirat verbindet einfache Funktionalität und anspruchsvolles Regattasegeln miteinander. Die Handhabung des Bootes ist einfach und kann von Einsteigern schnell erlernt werden. Im Leistungstraining können die Seglerinnen und Segler ihre Fertigkeit im Bereich des Trimmens erlernen und vertiefen. Vorteil der Jolle ist, dass sie ohne Komplikationen auf einem Straßentrailer verladen werden kann und somit sehr mobil ist.

Ein vorgeschriebenes Einstiegsalter gibt es im Piraten nicht, um das Boot jedoch in allen Wind- und Wetterlagen noch gut segeln zu können, empfiehlt sich ein Gesamtcrewgewicht von ca. 100 kg. In der Regel scheiden die Jugendlichen mit der Vollendung des 19. Lebensjahr aus der Piratengruppe aus und wechseln dann als Taktiker oder Steuerleute auf größere Boote. Viele zieht es jedoch immer wieder zum "Hackebeil", dem Klassenzeichen des Piraten, zurück.

Die SVWS- Piratengruppe setzt sich aus ehemaligen Optimisten- und Teenyseglerinnen und -seglern sowie aus neu Eingestiegenen zusammen. Alle erhalten zunächst in einem theoretischem Wintertraining die Grundlagen des Segelns, der Seemannschaft und der Bootspflege. Später wird das Training je nach Interesse des einzelnen Seglers fokussiert. Nebenbei überholen und pflegen die Jugendlichen die Boote unter Anleitung selber. Hierauf legten wir besonders Wert, da den Kindern dadurch ein Bezug zum Material vermittelt wird. Von April bis September wird aktiv auf dem Wasser trainiert, für die erfahrenden Piratensegler geht es am Wochenende entweder zu einem der vielen Trainingslager (unter anderem bietet der SVWS ein Trainingscamp im Borgwedel/Schlei an) oder auf eine der vielen Regatten.

In den letzten Jahrzehnten segelten, trotz eines stetig steigenden Leistungsniveaus, SVWS-Piraten in den Führungsfeldern mit. Auch Quereinsteiger erlernten schnell die Handhabung des Bootes und erreichten beachtliche Erfolge. Die Piratengruppe wird von einem Trainer geleitet, erhält zudem eine unersetzbare Hilfe von vielen ehemaligen Piratenseglern.

Ein Urgestein der Piratenszene prägte den Satz "Pirat segelt man nicht nur, es ist eine Lebenseinstellung". Diese Einstellung vermitteln wir unseren jugendlichen Seglerinnen und Seglern. Wenn du gerne unsere Piratengruppe näher kennen lernen möchtest oder einmal auf einem Piraten mitsegeln möchtest, melde dich bei uns, wir freuen uns auf dich.