Jugendwanderkutter, der Klassiker

Entstanden ist der Jugendwanderkutter (JWK) Mitte der 50er Jahre, als die Elbvereine die Jugendarbeit wieder besser fördern konnten. Die Grundform entstammt dem K II K (Rumpf/ Bauform). Sie wurde jedoch etwas modifiziert, um bessere Segeleigenschaften und Seetüchtigkeit zu gewährleisten. So hat der JWK eine richtige Vor- und Achterpik, ein Senkruder und ein größeres Senkschwert. Konzipiert ist der JWK für eine Besatzung von 5 – 10 Leuten im Alter von 14-20. Da er recht gutmütig auf dem Ruder liegt und so auch schwerere Fehler gut wegsteckt, ist er ein gutes Ausbildungs- und Tourenboot für Jugendliche.

Zusammenhalt und Teamfähigkeit wird auf dem Jugendkutter groß geschrieben. So werden die „Neuen“ von der Mannschaft langsam immer mehr beim Segeln eingebunden, sodass man schnell die wichtigsten Handgriffe beherrscht. Im Gegensatz zu vielen anderen Schiffstypen in der Größe hat der Kutter keinen Motor, sondern lediglich Riemen, mit denen im Hafen manövriert werden kann. Dieses bedeutet mitunter an Flautentagen schweißtreibende Pullaktionen, um den nächsten Hafen zu erreichen. Im Hafen wird über das offene Boot eine Zeltpersenning aufgebaut, um vor Wind und Regen zu schützen. Geschlafen wird entweder auf den Bodenbrettern oder auf den Duchten.

Bei uns im SVWS hat das Kuttersegeln eine lange Tradition. So wurde schon vor den JWK-Zeiten mit einem Kutter (dem Schlickrutscher) gesegelt. Dann wurden aber Mitte der 50er Jahre zwei JWK für die Jugendabteilung angeschafft, der „Kurt Lange“ (7) und der „Roland von Wedel“ (8), wobei der Roland aber auf Grund von Baufehlern nicht lange im Verein blieb. Er segelt heute als „Keen Tied“ im ESV.

Der „Kurt Lange“ hingegen segelte lange und erfolgreich unter dem Stander des SVWS bis in den 70er Jahren der Wunsch nach einem neuen Jugendkutter aufkam. So wurde von unserem „Kurt Lange“ eine Form abgenommen. Aus dieser Form entstanden 1974 bei Schneidereit in Stade die ersten zwei Kunststoffkutter, Unser „Roland von Wedel“ (17) und die beim MSC beheimatete Dockenhuden (18).

Jugendkutter sind im ganzen Norddeutschen Raum zu finden. Die größte Flotte ist jedoch an der Niederelbe mit rund 25 Kuttern beheimatet. Jedes Jahr finden mit dem Kutter verschiedenste Veranstaltungen statt. So gibt es neben den Wochenendtouren auch Regatten und sogar eine große Sommertour, wo man zusammen mit Anderen die Dänische Ostseeküste „unsicher macht“.

Technische Daten:

Länge über Alles:

 8,50m

Breite: 

 2,10m

Leichtwetterfock:

 6,31m2

Fock:   

 4,62m2

Großsegel: 

16,00m2

Besan: 

10,41m2

Am Wind Segelfläche:   

31,03m2

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